Online-Shop erstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Sie möchten online verkaufen? Mit dieser Anleitung führen wir Sie von der ersten Idee bis zum fertigen Online-Shop. Inklusive Plattformvergleich, rechtlichen Anforderungen und Marketing-Tipps.

Schritt 1: Geschäftsmodell & Planung

Bevor Sie mit der technischen Umsetzung beginnen, müssen Sie Ihr Geschäftsmodell klar definieren. Diese Fragen sollten Sie beantworten können:

Grundlegende Fragen

  • Was verkaufen Sie? Physische Produkte, digitale Produkte, Dienstleistungen?
  • Wer ist Ihre Zielgruppe? B2C oder B2B? Alter, Interessen, Kaufkraft?
  • Was ist Ihr USP? Warum sollten Kunden bei Ihnen kaufen?
  • Wie erreichen Sie Kunden? SEO, Social Media, Werbung?
  • Wie versenden Sie? Eigenversand, Dropshipping, Fulfillment?

Business-Modelle im E-Commerce

  • Klassischer Online-Shop: Eigenes Lager, eigener Versand
  • Dropshipping: Lieferant versendet direkt an Kunden
  • Print-on-Demand: Produkte werden bei Bestellung produziert
  • Digitale Produkte: E-Books, Kurse, Software
  • Abo-Modelle: Regelmäßige Lieferungen

Schritt 2: Die richtige Plattform wählen

Die Wahl der E-Commerce-Plattform ist entscheidend für Ihren Erfolg. Hier sind die beliebtesten Optionen:

Plattform Kosten/Monat Schwierigkeit Ideal für
Shopify ab 36€ ⭐ Einfach Einsteiger, schneller Start
WooCommerce ab 10€ (Hosting) ⭐⭐⭐ Mittel Flexibilität, WordPress-Nutzer
Wix eCommerce ab 27€ ⭐ Einfach Kleine Shops, Einsteiger
Shopware ab 0€ (Open Source) ⭐⭐⭐⭐ Komplex Große Shops, B2B
Magento ab 0€ (Open Source) ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr komplex Enterprise, hohe Anpassung

Unsere Empfehlung

Für Einsteiger: Shopify – schnell online, keine Technik-Kenntnisse nötig
Für mehr Kontrolle: WooCommerce – flexibel, günstiger bei hohem Umsatz

→ Ausführlicher Vergleich: WordPress WooCommerce vs. Shopify

Schritt 3: Shop einrichten

3.1 Domain & Hosting

  • Domain: Wählen Sie einen kurzen, einprägsamen Namen (.de für Deutschland)
  • SSL-Zertifikat: Pflicht für jeden Online-Shop (HTTPS)
  • Hosting: Bei Shopify inklusive, bei WooCommerce separater Anbieter

3.2 Design & Theme

  • Wählen Sie ein professionelles, mobil-optimiertes Theme
  • Achten Sie auf schnelle Ladezeiten
  • Branding: Logo, Farben, Schriften konsistent einsetzen
  • Hochwertige Produktbilder sind entscheidend!

3.3 Produkte anlegen

  • Produkttitel: Beschreibend, mit Keywords
  • Produktbeschreibung: Nutzen kommunizieren, nicht nur Features
  • Bilder: Mehrere Ansichten, gute Qualität, Zoom-Funktion
  • Varianten: Größen, Farben, Optionen
  • Preis: Inkl. MwSt., Versandkosten transparent

3.4 Zahlungsmethoden

Je mehr Optionen, desto weniger Kaufabbrüche:

  • PayPal – In Deutschland sehr beliebt
  • Kreditkarte – Visa, Mastercard
  • Klarna – Rechnung, Ratenzahlung
  • Apple Pay / Google Pay – Mobile Nutzer
  • SEPA-Lastschrift – Besonders in Deutschland

3.5 Versand konfigurieren

  • Versandkosten klar kommunizieren
  • Kostenloser Versand ab Mindestbestellwert erhöht AOV
  • Versanddienstleister: DHL, DPD, Hermes, UPS
  • Tracking-Informationen automatisch versenden

Schritt 4: Rechtliche Anforderungen in Deutschland

Wichtig: Abmahngefahr!

Fehlende oder fehlerhafte rechtliche Angaben können teure Abmahnungen nach sich ziehen. Investieren Sie hier in professionelle Hilfe!

Pflichtangaben im Online-Shop

  • Impressum: Name, Adresse, Kontakt, USt-ID, Handelsregister
  • Datenschutzerklärung: DSGVO-konforme Erklärung über Datenverarbeitung
  • AGB: Allgemeine Geschäftsbedingungen (optional aber empfohlen)
  • Widerrufsbelehrung: 14 Tage Widerrufsrecht für Verbraucher
  • Widerrufsformular: Muster als Download
  • Preisangabenverordnung: Bruttopreise inkl. MwSt., Grundpreis
  • Lieferzeiten: Verbindliche Angabe
  • Versandkosten: Vor dem Checkout klar ersichtlich

Empfohlene Dienstleister für Rechtstexte

  • IT-Recht-Kanzlei – ab 9,90€/Monat
  • Händlerbund – Rechtssicherheit + Unterstützung bei Abmahnungen
  • Trusted Shops – Rechtssicherheit + Gütesiegel

Schritt 5: Marketing & Kundengewinnung

Ein Shop ohne Besucher verkauft nichts. Diese Marketingkanäle sollten Sie nutzen:

SEO (Suchmaschinenoptimierung)

  • Keyword-Recherche für Produktnamen
  • Einzigartige Produktbeschreibungen
  • Kategorie-Seiten optimieren
  • Blog mit relevanten Inhalten

→ SEO Grundlagen lernen

Social Media Marketing

  • Instagram: Ideal für visuelle Produkte
  • Facebook: Breite Zielgruppe, Shop-Integration
  • TikTok: Junge Zielgruppe, viral potential
  • Pinterest: Inspiration, lange Lebensdauer von Pins

Bezahlte Werbung

  • Google Ads: Shopping-Anzeigen, Suchanzeigen
  • Meta Ads: Facebook & Instagram Werbung
  • Retargeting: Besucher erneut ansprechen

E-Mail-Marketing

  • Newsletter mit Angeboten
  • Warenkorb-Abbrecher-Mails
  • Automatisierte Produktempfehlungen

Was kostet ein Online-Shop?

Minimales Budget (DIY)

  • Shopify Basic: 36€/Monat
  • Domain: 15€/Jahr
  • Rechtstexte: 10€/Monat
  • Gesamt: ca. 50€/Monat

Professioneller Shop (mit Agentur)

  • Shop-Erstellung: 3.000 – 15.000€ (einmalig)
  • Monatliche Kosten: 100 – 500€
  • Marketing-Budget: variabel

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Über den Autor

Mohamad Delleh

E-Commerce Experte und Gründer von ITVerständlich. Ich helfe Unternehmen dabei, erfolgreiche Online-Shops aufzubauen und zu skalieren.